Allgemeines, Wettkampf

Ostseeman – Adrenalin und Euphorie pur!

10 Aug , 2011  

Auch in diesem Jahr starteten einige SCI-Athleten am 7. August bei der 10. Auflage des Ostseeman in Glücksburg. Bereits am Samstag galt es die Startunterlagen einzusammeln, für die, die diese Veranstaltung das erste Mal genießen durften der sehr umfangreichen Wettkampfbesprechung zu lauschen und das Terrain kennenzulernen,. An den Start für den SCI gingen in diesem Jahr Stefan Radau als Einzelstarter, Jan Mehlert, Carsten Boll und Sven Stahmann als Männerstaffel (Störboys) und Uta Wolgast, Susanne Sievers und „Leihfrau“ Bettina Schuldt als Frauenstaffel (Störgirls). Die Bedingungen waren aus organisatorischer Sicht hervorragend, es blieb kaum ein Wunsch offen. Tolles Terrain, freundliche kompetente Helfer und gute Bedingungen in und um die Wechselzone trugen dazu bei, dass die Stimmung bereits am Samstag von Stunde zu Stunde stieg. Das Wetter zeigte sich gemäßigt, das machte Mut für den kommenden Tag. Wind, Wolken, Sonne, aber trocken. Super. Nicht zu heiß. Der Wettkampftag begann bereits sehr früh am Morgen um kurz vor fünf. Frühstücken, fertigmachen für´s Schwimmen und Kennzeichnen (der Arme und Beine), sowie das Positionierens der verschiedenen Wettkampfbekleidungen. Das Einchecken war bereits am Vortag erfolgt. Zeigte sich die Ostsee beim Aufstehen noch recht wohl dem Schwimmer zugetan, war sie bereits eine Stunde später sehr kabbelig und bekam nahezu die Qualitäten vom Fördecrossingtag, an dem bekanntlich nicht viel aufgrund hohen Wellengangs ging. Heftiger Wind blies uns um die Ohren, das ließ für Schwimmer und Radfahrer nichts Gutes hoffen. Uta, Jan und Stefan stöhnten angesichts dieser sich sehr schnell ändernden Bedingungen, verloren aber nie die Zuversicht. Uta verdrückte einige Tränen der Überwältigung angesichts der Menschenmengen, der Stimmung und der Aufregung. Um halb sieben dann das Einschwimmen. Es war schrecklich. Wieder sehr hohe Wellen. Kalt sowieso, doch diesmal war der Adrenalinpegel so hoch, dass dies kaum noch ins Gewicht fiel. Beeindruckend, dass nach dem Ende der Morgenandacht direkt vor dem Start sich der Himmel gen Norden aufklarte und der Wind etwas nachließ. Und damit auch die Wellen. Es war ein kleines Wunder. Die erste Runde von 1,9 km war noch etwas mühsam beim Gegenan-schwimmen, die zweite war nicht mehr ganz so schwierig. Hatte sich Staffelschwimmerin Uta in den letzten Schwimmwettkämpfen noch von dem Gerangel beeindrucken lassen, ließ sie sich in diesem Rennen auf den einen oder anderen Zweikampf ein um sich freie Bahn zu sichern. Wieder wurde viel Salzwasser geschluckt, die Welle von hinten zum Schnellschwimmen genutzt. Doch die guten Zeiten waren an diesem Tage auch von den Topathleten nicht zu schaffen, sodass Uta völlig ausgepowert ihre Mädels nach 1:13:53 ins Rennen schicken konnte, gefolgt von Stefan nach 1:22:18 und Jan nach 1:38:09. Der liebe Gott hatte leider mit den Radfahrern kein Einsehen. Sie mussten die 180 km bei sehr starken Gegen- und Seitenwinden meistern und sehr viel Kraft aufwenden. Bereits beim ersten Anstieg hieß es beißen was das Zeug hielt. Wenigstens waren die Bedingungen auf der Straße sehr gut. Das Publikum zahlreich und gut drauf. Stefan kämpfte Runde um Runde und sah dabei sehr gut aus, ähnlich gut lief es für Carsten, der der Frauenstaffel den Vorsprung abnahm. Beide Männer verfehlten die 5-Stundenmarke nur knapp (Stefan 6:01:09; Carsten 6:04:11). Für Susanne lief es an diesem Tag nicht gut. Trotz ebenfalls bester Vorbereitung sollte es nicht ihr Wettkampftag werden. Sie machte es für die erfahrene Marathonfrau Bettina sehr spannend. Nach 6:40:25 übergab sie das Staffel an Bettina, die noch nie zuvor als Staffelfrau in einem solchen Athletenfeld gestartet war. Sie war als Ersatz für die verletzte Cathrin Radau eingesprungen und sah sich nun von Läufern umgeben, die teils schon sehr ausgepowert bzw. mit den Kräften haushaltend ihr Rennen bestritten. War sie es sonst gewohnt in etwa gleichstarken Leistungsgruppen während eines Marathons ihr Rennen zu bestreiten, war sie diesmal allein auf sich gestellt und rannte für die Frauenstaffel in einer sehr guten Zeit von 4:04:46 ins Ziel ein. Marathonneuling Sven wurde von Carsten mit einem sehr guten Zwischenergebnis auf die Piste verabschiedet und blieb während des ganzen Rennens mit einem fröhlichen Lächeln und lockeren Schritts dabei. Der Sturzregen in seiner und Bettinas letzten Runde, einhergehend mit noch mehr Wind und Kälte, machte beiden sehr zu schaffen. Sie gingen mit ihren jeweiligen Staffelpartnern krampfgeschüttelt ins Ziel. Für Sven kam am Ende eine ebenfalls sehr gute Zeit heraus (4:15:38). Damit konnte er den Vorsprung vor der Frauenstaffel retten, sodass sich die Jungs mit einer Zeit von 11:57:59 sehr respektabel verkauft haben. Auch die Frauen konnten am Ende zufrieden sein mit einer Zeit von 11:59:02. Ein supertolles Rennen lief Stefan. Ihm waren die Strapazen der ersten 7 Stunden in den ersten beiden Runden des Marathons nicht anzusehen. Er war locker und lief leichtfüßig sein Rennen. Erst ab Runde drei von fünf kaute er langsam am Ast. Doch dank seiner sehr guten Vorbereitung lief es dennoch wie geschmiert. Er absolvierte den Lauf in 3:47:07 und kann mit einem Endergebnis von 11:10:36 mehr als zufrieden sein. Es war einfach Stefans Tag. Es hat alles gepasst, vor allem die Außentemperatur war für Stefan perfekt. Er darf sich nun über einen 132. Platz im Gesamtfeld und dem 31. Platz in der Altersklasse freuen und liegt damit jeweils im ersten Leistungsdrittel des Athletenfeldes. Das ist einfach super!

Noch am Abend dieses langen Wettkampftages wurden erste Pläne für Starts beim 11. Ostseeman in 2012 geschmiedet.


1 Response

  1. André says:

    Ich gratuliere allen Finishern und natürlich besonders unseren Staffeln und Stefan! Stefan, dass war ein dickes Ding, was du da rausgehauen hast! Super Marathon! Respekt! Nun erst mal eine gute Erholung.

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