Spass, Wettkampf

Profiliertes Schwimmen in der Flensburger Förde

13 Aug , 2018  

Wer meint, dass Schwimmen eine flache Angelegenheit ist, der sah sich beim diesjährigen Fördecrossing von Dänemark nach Glückburg arg getäuscht. Der Wettergott meinte seine Karten mal wieder neu mischen zu müssen, eine Querung war aufgrund der Gewittervorhersagen nicht zu verantworten. Der Veranstalter, wie immer die DLRG Glücksburg, war jedoch ebenfalls wie immer nicht verlegen um eine gute Lösung für das Problem. Ein Rundkurs dicht unter Land in der Länge von 2,4 km wurde gesteckt, der Startschuss noch einmal durch heftige Gewitterböen verzögert, konnte dann nach längerer Wartezeit doch gegeben werden. So begann dann der Ritt durch die Wellen für insgesamt 11 Itzehoer Triathleten.

Angereist waren Jörg, Sven, Stefan, Ingo, Tine, Jacqueline, Cathrin, Susi, Sabine, Jessi und Uta, um die drei Kilometer in Angriff zu nehmen. Nach ersten Stimmungstrübungen ob der Absage der Querung drehte sich das Bild spätestens als Cathrin ihre Erfahrungen mit nicht nur am Grunde der Ostsee befindlichen Krebsen zum Besten gab. Angeblich steigen sie auf, so will es die Glücksburgliebende schon gesehen haben, Hechte von mächtigem Umfang vermutete die Berichterstatterin in der Ostsee umzingelt von vielen wildromantisch anmutenden Seesternen. Schwimmerlatein vom Feinsten… Die Stimmung drohte überzuborden. Vielleicht war es dem Angesicht der kabbeligen Ostsee geschuldet, um abzulenken von der Aufgabe, die auf uns alle zu kam.
Der Einstieg in den Wettkampf begann mit Jessis Frage: „Warum tun wir uns das bloß an“ und Utas Antwort: „Weil wir alle ein bisschen bekloppt sind.“ Doch sei es drum, nicht lang schnacken, schwimmen.

Zunächst irgendwie raus aufs offene Meer, die Brücke irgendwie umrundend Richtung Yachthafen und erster Tonne. Lange Zeit konnte niemand wirklich schwimmen, zu hoch waren die entgegenrollenden Wellen. Von Entspannung dann bis zur zweiten Tonne kaum eine Spur. Wellen, Brustschwimmer, schlechte Sicht auf die Tonne, Tritte, Knüffe, verhakte Arme, das volle Programm nach einem Massenstart (ca. 350 Teilnehmer). Dazu die Wellen. Wasserballerkraul half gut, von Rhythmus lange keine Spur. Doch die Aussicht einen langen Schlag in die Außenförde mit Welle und Wind von hinten zu haben beflügelte. Zwar konnte es schon mal sein, dass die Schwimmbewegungen in der Luft hängen blieben, weil sich das Wasser einfach mal verzogen hatte, genauso wie das Atmen mitunter zu unterbleiben hatte, wollte man nicht gefühlte Liter Salzwasser trinken. Doch auf der langen Geraden ging es zielstrebig voran. Wohl dem, der das Gleiten geübt und intus hatte. Da konnten einige Wellen quasi wie auf dem Surfbrett abgeschwommen werden. Spart Kraft, doch aufgepasst wohin es einen treibt, wer um einen herum ist, ob der wohl gerade auf mich drauf gedrückt wird? Ausweichen war in diesem Wettkampf fast immer unmöglich. Körperkontakt unvermeidlich. Immer wieder schauen, dass man oben auf dem Wellenkamm Ausschau hält, oder einfach den bunten Schwimmkappen folgen, die wollen schließlich auch nicht unnötige Meter schwimmen.

Ebenfalls unvermeidlich: der Rückweg. Gegen Wind und Welle. Das war die eigentliche Herausforderung. Geschätzte 800m mussten bewältigt werden. Von technisch einwandfreiem Wasserballerkraul keine Spur mehr. Auf dem Wellenkamm angekommen sah man … nix…. Oder doch: man sah die nächste Welle auf sich zurollen. Überlegen was tun, abwarten und peilen oder durchschwimmen? Auf jeden Fall war jetzt Kraft gefragt. Technik, okay die üben wir zu Hause wieder. Wems zu heftig wurde, konnte sich an Fauna und Flora unter Wasser erfreuen und einfach versuchen langsam gegenan zu schwimmen. Jaja, wirklich viele Krebse gibt es hier, wie vorhergesagt. Nur aufgestiegen ist nach den Forschungen der Berichterstatterin keiner. Die hatten wohl Schiss vor den Wellen. Da unten schien alles ruhig. Da hätte man gern schwimmen mögen. Und immer wieder die Frage warum mache ich das hier eigentlich… bekloppt?!…. Endlich, das Ziel sichtbar in immer greifbarerer Nähe. Da macht man doch gern noch mal ein paar Reserven locker. Die Ankunftszeit? Egal. Hauptsache ankommen. Irgendwie Spaß gehabt haben. Gesund sein. Nase gebrochen? Nee. Glücklicherweise noch dran.
Ingo durfte als erster nach 43 Minuten im Ziel auf alle anderen warten. Stefan und Uta landeten gemeinsam nach 45 Minuten an, gefolgt von Jörg und Tine, die nach 50 Minuten begeistert der Ostsee entstieg. Sie hatte unerwartet Sven im Schlepptau (das war eigentlich andersrum geplant), der heute sein Geburtstagsgeschenk seiner Teamkollegen eingelöste, nämlich einen Startplatz beim Fördecrossing.

Es wird nach diesem Schwimmen übrigens gemunkelt, dass sich Sven zukünftig viel enthusiastischer dem Schwimmen hingeben will, das seine neue Lieblingsdisziplin werden könnte.

Auch Susi und Cathrin hatten nach 53 Minuten wieder festen Boden unter den Füßen. Sabine schaffte es nicht mehr ganz unter der magischen einen Stunde zu bleiben. Doch sie hatte sich sehr gut mit 60 Minuten in diesem Wellenritt gehalten. Jacqueline, die mit Augenproblemen ab der ersten Boje zu kämpfen hatte, wurde ebenso jubelnd empfangen wie schlussendlich Jessi, die nach 71 Minuten endlich den Kopf wieder frei hatte und laut darüber nachdachte eine Magenentleerung zu vollziehen.

Fazit: es war ein tolles Erlebnis, das einem nicht alle Tage geboten wird. Es war eine Herausforderung, der sich alle, auch die Organisatoren und Helfer, in bravouröser Weise gestellt haben. Es gab zum ersten Mal in all den Fördecrossingjahren eine warme Ostsee, niemand musste im Wasser frieren. Es gab schlussendlich nur strahlende Gesichter und eine SCI-Frauenstaffel (die Störgirls), die das Treppchen besteigen durfte. Es sind jetzt noch 364 Tage bis zum nächsten Fördecrossing. Auch dann sind wir hoffentlich wieder mit einem lustigen, hoch motivierten, großen SCI-TRI-Team am Start.

Uta

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