Spass, Wettkampf

Triathlon im Gedenken an die Schlammkuhle, die den Grundstein für die Wassereuphorie legte

13 Aug , 2018  

Vor mehreren Jahren wollte ich bei einem Triathlon in meiner alten Heimat nahe Gifhorn, am Tankumsee teilnehmen. Eine Verletzung, die vor fünf Jahren ihren Anfang nahm, hinderte mich daran. Nun hält seit einigen Monaten das Knie wieder und ein Traum sollte wahr werden. Die ideale Strecke für Einsteiger: Schwimmen in klarem Gewässer, eine komplett flache Radstrecke mit zwei Kurven und einem Wendepunkt und eine total flache Laufstrecke rund um den Tankumsee mit eingebauter Schikane. Nämlich, dem Elbe-Seitenkanal, eine Steigung von gefühlt 150m Länge. Der Kanal wurde in meinen Kindertagen als Schutzwall gegen die DDR erbaut (die offizielle Begründung war natürlich eine andere), in dessen Zusammenhang dann auch einige Wasserlöcher und Kiesgruben entstanden, die heute beliebte Naherholungsgebiete im damals sogenannten Zonenrandgebiet waren. Für uns war der Bau dieses Kanals ein tolles Ereignis über Jahre. Nicht nur, dass der Tankumsee groß und größer wurde. Nein, auch das Schwimmen im Kanal verhieß uns einige Jahre Freude. Also ein Wassereldorado mit kostenlosem Eintritt. So meine Erinnerungen heute. Es war eine tolle Zeit! Und der Grundstein für meine Wasser- und Schwimmbegeisterung.😊

Zurück in die Gegenwart. Eigentlich sollte alles nach Plan laufen. Wäre nicht dieses Tropenwetter gewesen. Laufen, noch mein absolutes Stiefkind, in dieser Hitze, was das wohl werden würde? Trotzdem: mit Freude und in Erinnerung eines Satzes unseres Trainers André „Uta, aus dir wird nie ein Sprinter“ begab ich mich 20 Minuten vor meinem Start ins Wasser. Warm, weich, schnell.

Einschwimmen. Ich hatte mir vorgenommen, es einfach mal zu probieren mit dem längeren Einschwimmen, da ich immer erst nach gefühlten 1000 Metern im Wasser auf Touren komme und diesmal nur 600 Meter zu absolvieren waren. Gemeinsam mit rund 100 Frauen ging es an den Strand zum Start. Einigen Junghühnern ließ ich in Erwartung auf schnelles Ankraulen den Vortritt. Dumm, dass diese dann Brust schwammen, ich nicht mittendurch schwimmen konnte und den Weg außen rum suchten musste. Doch dann lief es wie am Schnürchen. Das Einschwimmen hatte sich gelohnt. Kurze Zeit hatte ich Füße zum Dranhängen, das war mir dann aber doch zu langsam, zumal es mich sehr anspornte zu sehen, dass vor uns nur noch eine Frau schwamm. Allerdings uneinholbar für mich. Auf den Landgang war ich gut vorbereitet, die Atemnot gleich danach holte mich nur sehr kurz ein, und so schwamm ich in gefühlt gutem Rhythmus und guter Zeit in Richtung Strand zurück. Der Wechsel klappte sehr gut für meine Verhältnisse, habe ich doch noch nicht viel Übung. Ein langer Weg aus der Wechselzone auf die Radstrecke und los gings. 10 km gegen den Wind. Schleswig-Holstein lässt grüßen. Allerdings fühlte es sich wie Wüstenwind an. Und mit Rückenwind zurück. Ich hatte mir vorgenommen den 30ger Schnitt diesmal zu schaffen. Die Rechnung ging auf. Da ich wusste, dass das Laufen nicht gut gehen würde, gab ich alles. Wechselte mich mit einer jungen Athletin in der „Führungsarbeit“ ab. Vor uns niemand weit und breit in weiten Teilen des Rennens. Da ist es ganz schön, wenn man gemeinsam fährt. Lutschen, daran war jedoch gar nicht zu denken. Die Kampfrichter schnürten immer wieder an uns vorbei. Also alles ganz regelgerecht und fair :-))

Der Wechsel in die Laufschuhe wiederum ganz gut gelungen, aber was dann kam, spottet jeder Beschreibung. Leute, ich bin im Stehen gelaufen. Nach jedem Kilometer gab es eine Verpflegungstelle mit Wasser zum Abkühlen, Iso und Schwämme. Ich habe alles genommen. Anders hätte ich es nicht geschafft. Und der Aufstieg zum Kanal war dann die Hölle, es ging nur noch im Gehen. Es fehlt einfach noch ganz viel Laufkondition und so musste ich die angepeilten 33 Minuten für das Laufen abhaken und war froh nach 37 Minuten Lauf endlich im Ziel zu sein. Eine indiskutable Zeit für 5 flache Kilometer. Doch der Hitze geschuldet.

Schlussendlich habe ich mich sehr darüber gefreut in dieser Saison den dritten Triathlon gefinisht zu haben.  Zufrieden mit dem Schwimmen und Radfahren. Immer wieder mit den alten Bildern von damals vor Augen. Die Platzierung war mir egal, auffallend jedoch, dass es viele Frauen in der AK 55 gab. Mit einem besseren Lauf, hätte es für ein Gerangel um den dritten Platz im Bereich der 1:27 Stunden reichen können. Doch ich muss mit einer Zeit von 1:30 zufrieden sein. Es ist alles noch steigerungsfähig. Und das Wichtigste war doch, dass ich ganz viel Freude und Spaß in meiner alten Heimat hatte.

Uta

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